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Fluchtversuch

Ein roter Abendhimmel wölbt sich über eine scheinbar endlose Wüstenebene, deren Eintönigkeit
durch nichts unterbrochen wird. Im Vordergrung treibt ein Jockey sein Pferd mit Gertenhieben zur
Eile an. Ihm im Rücken steht eine Frauengestalt. An der Stelle, an der sich der Kopf dieser Figur
befinden sollte, blüht ein Strauß roter Blumen. Die Haltung der beiden Personen legt nahe, dass
sie einander keine große Aufmerksamkeit schenken. Die einzige Verbindung ist ein Herz, welches
an einer Ader aus dem Rücken des Jockeys heraushängt und sich mit Wurzeln an der Frauengestalt
festhält und die beiden Figuren aneinander bindet.

Die Wendungen „An jemandem hängen“ und „Sein Herz an jemanden verlieren“ drängen sich bei
der Darstellung der beiden Figuren direkt als Erläuterung auf. Die Haltung und Körpersprache
hingegen deutet eher darauf hin, dass sie nichts voneinander wissen wollen. Wärend dieses „Nichts
voneinander wissen wollen“ bei der Frauengestalt noch reines Desinteresse zur Ursache haben
kann - sie steht vom Jockey abgewandt - scheint es sich bei dem Jockey eher um ein „sich los-
reißen“ zu handeln: Er treibt sein Pferd von der Gestalt, an der er hängt, weg.

© 2000 by Tobias Panne